#56 Great Ocean Road & Limestone Coast – ein Road Trip

Road Trip: Die paar Tage in Melbourne habe ich genutzt, um ein Auto zu mieten, Campingausrüstung zu besorgen und mir zu überlegen, wohin ich überhaupt fahren möchte, denn Australien ist ja groß. Herausgekommen ist eine knapp vierwöchige Rundreise durch Victoria und Teile der Staaten South Australia und New South Wales. Nach nur einer guten Stunde Fahrt in Richtung Westen kommt man in Torquay an und dort beginnt die sogenannte Great Ocean Road. Dabei handelt es sich um eine ca. 250 km lange Straße, die überwiegend direkt an der Küste verläuft. Man kann sich vorstellen, dass es hier wundervolle Ausblicke gibt, egal wo man hält. Und auch die kleinen Ortschaften auf der Strecke sind meist einen Stopp wert. Torquay selbst war für mich nicht besonders spannend, aber ist ein Surfparadies – zumindest für Südküstenverhältnisse, denn die eigentlichen Surfparadiese befinden sich wohl an der Ostküste. Nach einem kurzen Spaziergang am Jan Juc Beach bin ich dann schon weitergefahren und nach Anglesea gekommen, wo ich mir einen halben Broiler gegönnt habe (nennt man hier aber nicht so!). Weiter ging es nach Lorne, einem DER Urlaubsorte für Australier, in dem man zurzeit nicht mal mehr ein Bett bekommt. Ich wollte aber ohnehin nur zum Erskine Wasserfall und dann in Apollo Bay übernachten.

In Apollo Bay traf mich gleich der Schlag, als mir auf dem Campingplatz der Preis für eine kleine Zeltfläche genannt wurde: $60! „Six Zero“ sagte er – damit erst gar keine Missverständnisse aufkommen. Nach einem kurzen Gespräch hatte er dann wohl Mitleid, weil ich allein unterwegs bin und mir den Platz für $30 überlassen. Immer noch teuer für ein kleines Stückchen Rasen. Aber wir sind hier in Australien.

Am nächsten Morgen ging es nach einem schönen Frühstück in Apollo Bay weiter zum Maits Rest Trail im Great Otway Nationalpark. Ein kleiner Hiking Trail, um gut in den Tag zu kommen. Später führte mich mein Weg zu einem Leuchtturm und ich darf schon mal vorwegnehmen, dass ich mittlerweile keine Leuchttürme mehr sehen kann! Das eigentliche Highlight gab es aber auf dem Weg dorthin denn mitten im Nirgendwo standen plötzlich 10 Leute auf der Straße und haben in die Luft gestarrt. Ich bin mir nie zu schade, ein bisschen in die Luft zu gucken und das Aussteigen hat sich gelohnt, denn auf mehreren Eukalyptusbäumen habe ich meine ersten Koalas gesehen! Da hingen sie lustlos herum und hielten Siesta, um sich auf das nächste Kilo an Eukalyptusblättern vorzubereiten.

Am späten Nachmittag kam ich dann bei den 12 Aposteln an, über die ich schon berichtet habe. Übernachtet habe ich in einem kleinen Dorf, an dessen Namen ich mich schon nicht mehr erinnere, aber es war der bisher billigste Campingplatz mit nur $12.50.

Am nächsten Morgen habe ich erstmal Strecke gemacht, bevor ich mir ein Frühstück im wunderschönen Port Fairy gegönnt habe. Dieses gehört übrigens schon nicht mehr zur Great Ocean Road aber ich ergänze diesen Beitrag einfach mal noch um die Limestone Coast, denn gefühlt war es für mich alles das gleiche (und alles gleich schön). Später ging es weiter nach Cape Nelson (Leuchtturm) und Cape Bridgewater. Dort kann man einen zweistündigen Hike auf sich nehmen, um über Stock und Stein letztendlich bei einer Seelöwen Kolonie zu landen. Die sieht man nur aus der Ferne, aber der Weg war hier auch Teil des Ziels. An dieser Stelle weise ich auf etwas hin, das ich in Australien extrem nervig finde: die Fliegen! Ich hatte davon schon in Bill Bryson’s „Down Under“ gelesen und nun erlebe ich es jeden Tag am eigenen Leib: Diese verdammten Fliegen surren nicht immer nur um mich (und alle anderen) herum, sondern setzen sich unbeeindruckt mit Vorliebe auf’s Gesicht und wenn das nicht klappt, dann irgendwo anders hin und wenn man erstmal eine um sich herum hat, ist klar, dass die nächste bald kommt. Abgesehen von den Fliegen ist Cape Bridgewater sehr schön.

Übernachtung in einem Dorf namens Nelson – nix los. Am nächsten Morgen bin ich früh aufgebrochen zur Princess Margaret Rose Cave. Da ich beim Camping nie lange schlafen kann, war ich gegen 8 Uhr schon dort und an dieser Stelle erwähne ich etwas anderes Nerviges in Australien: Alles geht hier extrem spät los. Die Höhle wurde erst um 10 Uhr eröffnet und das ist nicht unnormal. Frühstück in Cafés gibt’s oft erst ab 9 Uhr. Und geschlossen wird zeitig, oft gegen 5 Uhr. Norwegische Verhältnisse! Egal, kann man mit leben.

Auf dem Weg in Richtung Westen habe ich eine Höhle besucht, da ich ja in Vietnam auf den Geschmack gekommen bin. Die $12 waren allerdings etwas verschenkt. Obwohl es sicherlich eine der besseren Höhlen in dieser Gegend war, ist es Kindergarten im Vergleich zu Vietnam (trotzdem habe ich es später noch einmal gemacht und das war schon besser).

An einem dieser Tage – ich bekomme es nicht mehr ganz zusammen – war ich in einem privat geführten Wildlife Park. Dort gibt’s vor allem viele Kangaroos, Wallabies und Emus, die sich nach etwas Gewöhnung gerne streicheln und füttern lassen. Später war ich noch in besseren Parks (dazu später mehr), aber es war ein guter Einstieg. Wildlife ist in Australien in jedem Fall ein Highlight!

Am späteren Tage kam ich in Robe an, eine sehr touristische kleine Stadt mit immerhin vier Campingplätzen. Dort wollte ich übernachten, aber alles ausgebucht! Auch im nächsten Ort – Kingston – alles ausgebucht. Ich bin dann noch weit gefahren, immer weiter Richtung Westen bis ich auf einen Campingplatz im Coorong Nationalpark stieß. Auf solchen Plätzen kann man sich meist selbst einchecken: Das heißt, ein Formular ausfüllen, ein paar Dollar in einen Briefumschlag stecken und sein Zelt aufbauen. Am Abend habe ich noch einen schönen Spaziergang durch die Sanddünen gemacht und meinen ersten Wildlife Emu gesehen (+ Wallabies).

Am nächsten Tag fuhr ich weiter nach Port Elliot – auch hier ein ausgebuchter Campingplatz. Im kleinen Dorf Middleton hatte man aber die richtige Einstellung und mein Minizelt noch irgendwo untergebracht. Im benachbarten Ort Victor Harbor habe ich mir am nächsten Tag ein Fahrrad geliehen und bin den sogenannten Encounter Bikeway an der Küste entlang geradelt. Die 60 km waren aber wesentlich anstrengender als ich mir das vorgestellt hatte. Dieses ständige auf und ab, der Wind, die Sonne.. das zehrt an den Kräften. Aber es war trotzdem ein guter Tag. In Victor Harbor habe ich dann letztendlich auch das nächste Highlight meiner Reise gebucht, nämlich die Fähre nach Kangaroo Island. Diese Insel ist bekannt für ihre noch sehr unberührte Natur und viel Wildlife und davon habe ich schon viel gesehen!

------- Folge mir bei: Facebook, Twitter und Instagram ------- Hey, ich bin Patrick. Drei Jahre lang reiste ich als digitaler Nomade und Backpacker um die Welt. Jetzt bin ich zurück in der Heimat (mehr über mich). Schau auch bei meinem neuen Projekt Healthy Habits vorbei.
  1. Melli Antworten

    Huhuuuu! Du hast dir ein Auto gemietet :D Toll!
    Ich sage dir genieße das bloß alles!!!!!
    Bei mir ist es jetzt schon wieder fast 1 Jahr her und ich vermisse es so. Die Aussichten, die Natur, die Menschen und Atmosphäre!

    ICh wünsche dir noch viel spaaaaß!

    Liebe Grüße MElli

    http://mellis-australienreise.de/2012/01/14/von-melbourne-nach-adelaide/

  2. Pingback: #55 Twelve Apostles - 101places.de

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