Bye Bye, Leipzig

Am Samstag, den 1. April 2006 habe ich mein erstes WG-Zimmer in Leipzig bezogen. Im Erdgeschoss der Zschocherschen Straße, nur fünf Meter von der rumpelnden Straßenbahn entfernt. Heute, etwa sechs Jahre und vier Monate später habe ich meine erste und zumindest vorerst letzte Leipziger Wohnung in der Kreuzstraße geräumt. Lang genug, um mal Revue passieren zu lassen, was mir hier in den letzten Jahren besonders gut gefallen hat und was mir zukünftig sicherlich fehlen wird.

Spreadshirt

Spreadshirt war mein erster Arbeitgeber nach dem Studium. Genau genommen war Spreadshirt für mich sogar weit mehr als irgendein Arbeitgeber. Bei Spreadshirt habe ich gelernt, dass Arbeit Spaß machen kann. Wow!! Es waren stürmische Zeiten damals. Als ich eingestiegen bin, waren wir etwa 150 Mitarbeiter und stark am wachsen. Im einem Großraumbüro waren Online Marketing, Sales, Einkauf und das Skandinavien-Team einem Ziel verpflichtet: Spreadshirt noch erfolgreicher zu machen. Das hat richtig Spaß gemacht und war eine tolle Zeit. Ohne Spreadshirt wäre ich vielleicht auch nie selbständig geworden, ganz sicher aber nicht schon mit 25 Jahren.

Projecter

Poesie Album Nach Spreadshirt kam Projecter. Wir sind zu zweit gestartet und haben nach einigen Wochen die erste Praktikantin eingestellt. Das Büro war noch viel zu groß aber war sehr günstig und lag so bequem in der Kreuzstraße, in der Katja und ich gewohnt haben. Somit habe ich mich dreieinhalb Jahre lang fast nur in der Kreuzstraße aufgehalten: Tagsüber in der 1a und nachts in der 1. An die kurzen Arbeitswege hatte ich mich schon bei Spreadshirt gewöhnt, wo es nur wenige Minuten gewesen sind, doch Tür an Tür bringt noch das extra bisschen Effizienzgewinn ;)

Mittlerweile ist das Unternehmen längst aus den 180 qm herausgewachsen und hat ein neues Büro im Stadtzentrum bezogen. Mit Dachterasse natürlich. Eine gute Entscheidung, auch wenn ich nicht mehr viel davon hatte.

Bei Projecter habe ich viel gelernt und mich meines Erachtens ganz gut weiterentwickelt. BWL ist ja an sich nicht weiter kompliziert, sondern größtenteils ganz logisch und für mich intuitiv, aber mit Mitarbeitern umzugehen.. puh, war die größte Herausforderung.

Auch wenn das Ende bei Projecter so nicht vorgesehen war, schaue ich nicht im Groll zurück. Ein Dank hier noch mal an alle Mitarbeiter, auch für das tolle Poesiealbum. Es wird immer wieder für nostalgische Erinnerungen sorgen.

Squash

Das lief noch nicht so lang (erst etwa ein halbes Jahr) und ist für mich eng mit Projecter verbunden. Anfang 2012 hat sich ein kleines, aber treues Team herausgebildet, das fast jede Woche den Weg nach Markkleeberg auf sich genommen hat, um sich bei einer Runde Squash ordentlich auszupowern. Ich habe echten Gefallen an diesem Sport gefunden und hoffe, ihn im nächsten Jahr weiter betreiben zu können.

Cafés

Ich schätze ich bin einer von diesen Webworkern, die irgendwas mit Medien machen und zu gern mit ihrem Macbook im Café sitzen. Mangels richtiger Beschäftigung hat sich das in den letzten beiden Monaten inflationär entwickelt. Doch auch vorher schon habe ich gern mal im Café mit Zeitschrift, Buch oder Notebook entspannt. In keiner bestimmten Reihenfolge werde ich mich sicherlich noch eine Weile an Coffee Culture, Café Kandler, Kowalski, Café Central, Milchbar Pinguin, Pascucci, World Coffee, Stein Café, Coffee Fellows und – naja – auch Starbucks (gratis WLAN) erinnern.

Parks & Seen

Ich habe auch immer gern Zeit im Clara-Zetkin-Park verbracht. Oder auch im Johannapark, den ich der Einfachheit und Unwissenheit halber einfach auch immer Clara-Zetkin-Park genannt habe. Jeder Weg nach Plagwitz (Spreadshirt oder zum Basketball spielen) oder Schleußig (Fussball spielen) führte durch diesen Park. Durch das noch recht neue Interesse am Laufen hat der Park noch eine zusätzliche wichtige Bedeutung gewonnen, schließlich läuft es sich dort besser als um die Wohnblocks in Reudnitz. Wer gern etwas weiter laufen möchte oder auch das Fahrrad nimmt, gelangt irgendwann zum Cospudener See. Vor allem im Sommer ist der „Cossi“ immer für ein paar schöne Stunden gut.

Fussball

Seit etwa zwei Jahren habe ich regelmäßig Fussball gespielt. Irgendwann musste jedem klar sein: Mittwoch Abend ist Fussball-Zeit und sonst nichts! Wenn es sich irgendwie machen ließ, habe ich in der wöchentlichen Doodle-Liste das „ja“ angekreuzt. Im Sommer 2010 haben wir uns einer Truppe angeschlossen, die ursprünglich aus Spreadshirt-Mitarbeitern hervorgegangen war. Zeitweilig waren wir jedoch mehr Projecter- als Spreadshirt-Mitarbeiter. Mittlerweile hält es sich wohl wieder die Waage. Ich bilde mir ein, mit der Zeit immer besser geworden zu sein. Nicht gut, aber immerhin besser. Auch hier noch mal ein Dankeschön an die Jungs für das Abschiedsgeschenk. Was soll es anderes sein als ein Fussball? :-) Schön auch, dass ich gestern das letzte Tor schießen durfte. Danke an Tobi, der diesem aussichtslosen Ball nachgesetzt und Chris zur unfreiwilligen Vorlage gezwungen hat! Als Erinnerung behalte ich nicht nur den Ball, sondern wenigstens für ein paar Tage auch noch zwei Blessuren an Arm und Bein. Ich bin jedoch nicht traurig, wenn diese Erinnerung schnellstmöglich wieder verblasst.

Und sonst so?

Ich erinnere mich an vier Fussball-Weltmeisterschaften und Europameisterschaften, die sich allesamt gut feiern ließen. Die Leute und Locations haben sich jeweils geändert, aber es hat immer Spaß gemacht. Wobei ich sagen muss, dass die letzte EM in Polen und Ukraine den geringsten Eindruck hinterlassen hat, die WM 2006 den größten. Auch im Zentralstadion (oder Red Bull Arena) bin ich einige Male gewesen. Zweimal sogar in den VIP-Logen. Das wird mir in Berlin vermutlich nicht so schnell passieren. Ich erinnere mich auch an Plagwitz, das eigentlich nicht so besonders schön ist, aber meine Erinnerungen trotzdem prägt, da ich das erste Jahr dort gelebt habe. Im Gedächtnis bleiben auch nächtliche Radfahrten ohne Licht im verschlafenen Leipzig oder auch etliche Besuche in Fitnessstudios (zuletzt Matthias Sportcenter), die nach einigen Jahren ja letztendlich doch Erfolge bei mir sichtbar machen konnten.

Und bevor das hier kein Ende findet: Bye bye, Leipzig!

------- Folge mir bei: Facebook, Twitter und Instagram ------- Hey, ich bin Patrick. Drei Jahre lang reiste ich als digitaler Nomade und Backpacker um die Welt. Jetzt bin ich zurück in der Heimat (mehr über mich). Schau auch bei meinem neuen Projekt Healthy Habits vorbei.
  1. Steffi Antworten

    Ich hoffe ja du wirst Leipzig weiterhin immer mal wieder einen Besuch abstatten :) Aber erst einmal: Auf in die Welt!

  2. Tobi Antworten

    Das letzte Tor am Mittwoch!!! Yeah – so kann die Weltreise beginnen :-)
    Schade, dass du Dich nun mittwochs nicht mehr blicken lässt. Und ja, Du bist besser geworden mit der Zeit ;-)

  3. Daniel Antworten

    Schade das mit dir jetzt ein Grund weggefallen ist nach Leipzig zu fahren, denn mir hatte die Stadt immer sehr gefallen, sei es die Architektur oder die nicht ganz so hektische und großstädtische Atmosphäre im Vergleich zu Berlin oder Hamburg, bei dennoch den ganzen Annehmlichkeiten einer großen Stadt, die ich hier in der Provinz doch ein wenig vermisse.
    Irgendetwas mit Medien wird auch nach Leipzig sicherlich immer dein Leben bestimmern, selbst wenn du nebenbei versuchen wirst die gute, deutsche Bratwurst nach Oslo zu bringen oder mit welcher Idee für deine Zukunft du auch immer im kommenden Jahr zurückkehrst und für das ein oder andere Cafe wird es auf deiner Reise doch sicherlich auch Zeit geben :-)

  4. Patrick Antworten

    Hey, danke für Eure Kommentare. Hab’s bisher verschlafen, da die E-Mail Einstellung in diesem neuen Blog falsch war ;-)

  5. Agy Antworten

    Ich wünsch Dir alles gute :-) Und lauter tolle Erlebnisse …

    • Patrick Antworten

      danke dir :)

Ich freue mich über Kommentare

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