800 km Freiheit auf dem Mae Hong Son Loop

Nachdem ich Anfang 2013 zum ersten Mal auf dem Mae Hong Son Loop fuhr, habe ich die Tour nun wiederholt. Dies ist ein Update des bereits bestehenden Artikels – mit ein paar neuen und zum Teil tieferen Informationen. Der Freiheit entgegen Ich miete mir also ein Motorrad. Allerdings nicht, ohne vorher einen Probetag einzulegen. Schließlich bin ich noch nie eine 250ccm Maschine gefahren und einen Führerschein habe ich ja auch nicht. Die Probefahrt verläuft reibungslos und so mache ich mich zwei Tage später auf, den Mae Hong Son Loop zu umrunden. Der erste Tag führt mich 270 Kilometer bis nach Mae Sariang. Es wird ein langer Tag und so fahre ich morgens vor 9 Uhr los. Ich sehe zu, schnell aus Chiang Mai herauszukommen, denn Stadtfahrten machen wenig Spaß. Die ersten 55 km sind Autobahn oder was einer Autobahn in Thailand eben am nächsten kommt. Der Streckenverlauf ist bis hierhin denkbar leicht: Die Altstadt auf Hwy 108 verlassen und erst nach 55 Kilometern rechts abbiegen (der Ausschilderung zum Doi Ithanon folgen). Dann geht es auch schon in die Berge durch schöne Landschaften mit wechselnder Vegetation, je nach Höhenlage. Irgendwann erfolgt die Einfahrt in den Nationalpark. Für Touristen kostet sie 200 Baht zzgl. 20 Baht für das Motorrad. Nach 20 Kilometern erscheint auf der rechten Seite die Markierung für den Wachirathan Waterfall. Ein kurzer Stopp lohnt in jedem Fall. Ich folge weiter der Straße bis ich zu einem Check Point komme, an dem das Ticket kontrolliert wird. Gleich danach teilt sich die Straße. Links geht es nach Mae Cheam. Geradeaus fahre ich weiter auf den Doi Ithanon, den höchsten Berg Thailands. Auf mehr als 2.500 Höhenmetern ist es erfrischend kühl bevor es wieder bergab geht. Auf dem Weg halte ich bei einigen Wasserfällen und zwei beeindruckenden Chedis. Die Weiterfahrt auf die Spitze des Berges spare ich mir. Es ist kalt, Wolken hängen über dem Berg und ich habe noch einen langen Tag vor mir. Ich drehe um und fahre zurück zum Check Point. Dort geht die Straße nach Mae Chaem ab. Sie ist sehr kurvig und es geht steil bergab. Ich komme nur langsam voran. In Mae Chaem tanke ich die Maschine auf, denn ich habe schon 135 km zurückgelegt und das ist erst die halbe Distanz des ersten Tages. Anschließend geht es gleich weiter. Ich fahre den gleichen Weg aus der Stadt heraus und biege rechts ab in Richtung Ob Luang. Die nächsten 30 km sind besonders schön: Felder soweit das Auge reicht. In den kleinen Dörfern freuen sich die Menschen, wenn sie einen Weißen sehen. Ich fühle mich an Vietnam erinnert. Am Ende der Straße komme ich wieder auf Hwy 108, den ich morgens ganz woanders verlassen hatte. Ich biege nach links ab und fahre für einige Kilometer in die „falsche“ Richtung, um zum Ob Luang zu gelangen – dem Grand Canyon Thailands (Eintritt: 200 Baht). Nun gut, ich war ja beim Grand Canyon und Ob Luang ist im Vergleich dazu Kindergeburtstag. Doch wunderschön ist er trotzdem. Dann muss ich mich etwas beeilen, um noch vor der Dunkelheit mein Tagesziel zu erreichen. Es sind noch 85 Kilometer bis Mae Sariang. (Achtung: Bei der zweiten Tour Ende 2014 haben wir aufgrund eines Plattens zwei Stunden verloren. Daher mussten wir die letzten 85 Kilometer im Dunkeln fahren. Das ist kein Spaß. Es ist kalt und – na ja – dunkel. In diesem Fall ließ es sich nicht vermeiden. Fahre daher morgens ruhig zeitig los, um einer Nachtfahrt zu entgehen.) Die ersten 270 km sind geschafft. In Mae Sariang ist nur wenig los. Es gibt einige Gästehäuser und Restaurants, aber wenige Touristen. Ich finde sofort ein Zimmer für 300 Baht (ca. 8 Euro). Info: Die Gästehäuser befinden sich alle an der Straße, die parallel zum Fluss verläuft. Nach der Einfahrt in die Stadt fährst du geradeaus aber links an dem Gebäude vorbei, das einem Tempel ähnlich sieht. Am Ende dieser Straße befinden sich die Gästehäuser. Beim ersten Mal blieb ich in einem Gästehaus, an dem nur „Guesthouse Restaurant“ draußen dran steht. Das Zimmer kostet auch 2014 nur 300 Baht. Dieses Mal blieb ich allerdings schräg gegenüber in dem deutlich schöneren „Above the Sea“ Guesthouse für 600 Baht pro Nacht für ein Doppelzimmer zzgl. Frühstück. Du kannst natürlich auch vorab online ein Gästehaus reservieren. Das Abenteuer geht weiter Am nächsten Morgen geht es weiter in Richtung Mae Hong Son, die Stadt, die dem Loop ihren Namen gibt. Heute werden es nur 140 km – naja, zuzüglich den Strecken, die ich zusätzlich fahre, weil ich hier und da mal abbiege. Etwa 25 Kilometer nach Mae Sariang wird auf der rechten Seite „Lawa Village“ ausgezeichnet. Ich biege dort ab und fahre immer weiter, um irgendwann in sehr ursprünglichen Bergdörfern anzukommen. Zum ersten größeren Dorf sind es allerdings 25 Kilometer. Zurück auf der Hauptstraße sehe ich die Ausschilderung für eine Höhle. Ich fahre zur Kaew Komol Cave, von der ich nie gehört hatte. Ein Thai Tourist wartet bereits und als ich eintreffe, bringt uns ein Tuk Tuk zur Höhle. Er hat ein Handtuch dabei und ich frage mich, was er wohl damit will. Unten in der Höhle weiß ich es: Während die Hitze draußen trocken ist, triefe ich in der Höhle schon nach Sekunden vor mich hin. Nach dem Besuch komme ich zurück zur Hauptstraße. Dort gibt es einige Stände mit sehr gutem Essen. Auch ein 7-Eleven ist dort zu finden. Weiter geht es nach Mae Hong Son. Am Straßenrand stehen immer mal wieder Touristen Minibusse und ich bilde mir ein, dass einige Reisende sehnsuchtsvoll meinem Motorrad hinterher schauen. Am frühen Abend erreiche ich das Tagesziel. Die Stadt ist unscheinbar, aber es gibt einen kleinen See und zwei hübsche Tempel daneben: Was das ausmacht! Die Stadt wirkt gleich schöner und freundlicher als Mae Sariang am Vortag. Ich finde gleich wieder ein Gästehaus in der Nähe des Sees, für 250 Baht. Mein Gastgeber kommt auf Krücken angehumpelt. Ich frage was ihm passiert sei: Motorradunfall. With a bike like yours. Falls ich vorher erste Höhenflüge auf der Maschine … 800 km Freiheit auf dem Mae Hong Son Loop weiterlesen